Landesjugendvergleichsfliegen Schmoldow

Es war Freitag der 30. August 2002 und ich habe noch immer Ottmars anspornende Worte nach unserer Vorstandssitzung in den Ohren. Sinngemäß sagte er soviel wie: "Gebt euch Mühe und vertretet unseren Verein gebührend, ´n dritter Platz in der Mannschaftswertung muss drin´ sein!" Andere waren da schon skeptischer: "Reines Glücksspiel ob du da gewinnst oder nicht!" Auch ich erhoffte mir – in anbetracht meines eher schlecht als rechten Abschneidens im Vorjahr – nicht viel mehr als ein paar neue, schöne Erfahrungen. 

Mit all diesen Weisheiten und Worten im Hinterkopf machte ich mich am frühen Samstag- morgen auf den Weg. Nachdem ich einen Teil unserer beiden Mannschaften (Wilm Grunwaldt, Alexander Lanz & Antje Senske) aufgelesen hatte, ging es dann endlich Richtung "Konkurrenz". Am Flugplatz Schmoldow angekommen, erwartete uns auch schon Fidel. Rene und Freundin hatten schon am Tag zuvor im eigenen Zelt Stellung bezogen, um sich abends noch ein wenig mit all den anderen Leuten amüsieren zu können. Er hatte auch einen unserer beiden Bociane mitgenommen. Unsere Aufgabe war es nun, diesen noch fristgerecht bis 9 Uhr aufzurüsten. Glücklicherweise kam Rosi (Thomas Böhme) pünktlich. Auch Marko und Tobias Papke ließen nicht mehr lange auf sich warten und gerade noch rechtzeitig zum Briefing hatten wir es so gut wie geschafft.

Nun ging es aber auch wirklich los. Das Wetter bot nicht gerade "Präzisionsanflugbedingungen", denn der Wind kam 90° von der Seite und die Sicht war besch.....eiden schön. Dennoch entschloss man sich mit vereinfachtem Programm anzufangen. Schon in den Eingewöhnungsrunden für alle Platzfremden widerspiegelten sich die meteorologischen Randbedingungen. Bei 250 Meter Auskuppelhöhe an der H4 konnte bei den meisten weder von einem richtigen Rechteck über Grund, noch von einer vernünftigen Punktlandung die Rede sein.

Doch schon der erste Wertungsflug ließ Hoffnung aufkommen. Die Sicht wurde besser und trotz der weiterhin schwierigen Windbewegungen konnten wir die ersten Piloten in den Wertungsfeldern mit niedriger Strafpunktzahl landen sehen.

In den Flugpausen gab es genug Zeit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Wie immer , am kontaktfreudigsten war Fidel. Neben Anklam I & II waren nämlich auch Kameraden aus Pasewalk, Stralsund, Neustadt-Glewe, Rostock-Purkshof und natürlich aus Schmoldow vertreten. Während die einen auf den insgesamt 4 Bocianen die Luft durchkreuzten, widmeten sich die anderen anregenden Gesprächen und dem hervorragendem Essen. Zum Mittag gab es Erbsensuppe mit Bockwurst und auch der Kaffee und Kuchen zum Nachmittag waren mehr als lecker.

Nach dem zweiten Wertungsflug ging es dann los mit den Spekulationen. Wer wohl gewonnen hat? Plötzlich wurden neben einem Schmoldower Namen auch Rosi und ich erwähnt. Wir sollten ein Stechen fliegen. Aber warum? Ging es um obere Platzierungen? Die Antwort bekamen wir erst nach dem Einräumen der Flugzeuge, dem Abrüsten unseres Bocians und dem Abendessen bei der Siegerehrung. Rosi, der sich im Stechen vor mir und dem gleichgesinnten Schmoldower behauptet hatte, wurde in der männlichen Wertung der Klasse A (Mindestvoraussetzung C-Prüfung) Zweiter. Auch ich kam damit noch auf das "Treppchen" und war mit meinen 3. Platz mehr als zufrieden. Am meisten aber überraschte uns Pappkopp (Tobias Papke), der in der Klasse B (Mindestvoraussetzung A-Prüfung, aber noch keine C-Prüfung) den 1. Platz errang. Mit ihrem 2. Rang in der Damenwertung bewies auch Antje Senske, dass sie innerhalb der landesweiten Konkurrenz zu den Gewinnern gehört. Schlussendlich von größter Bedeutung waren aber der 1. & 3. Platz in der Mannschaftswertung! Beide Mannschaften – Anklam I & II – haben damit Ottmars Anspruch auf einen "Podestplatz" erfüllt und gezeigt, dass der Ausbildungsstand in unserem Verein nicht der schlechteste sein kann. Zweifelsohne benötigt man zu solch einem Ergebnis auch ein gewisses Quäntchen Glück und sicherlich kommt es im Wettkampf auch immer auf die jeweiligen Wertungsrichter an. Dennoch- das Landesjugendvergleichsfliegen in Schmoldow spricht eine deutliche Sprache: Wir brauchen uns vor all den anderen Vereinen im Land nicht zu verstecken.

Bleibt zu hoffen, dass uns das nächste Vergleichsfliegen eben so viele Erfolge, in besonderen aber eben so viel Freude bereit wie das diesjährige. Denn pünktlich zum Ausschenken erhielten wir am Abend tatkräftige Unterstützung von Henry Scholz, Hüthchen, Birgit, Alex Jahn und Henry Lehrkamp.
 

Bericht vom Jugendleiter (Paul Kirchner)

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